Eine Kamera, die Wärme sieht.

Verbraucht Ihr Eigenheim zu viel Heizenergie? Denken Sie über eine Sanierung nach? Oder planen Sie den Kauf eines älteren Hauses? E.ON Westfalen Weser deckt für Sie mit der Infrarot-Kamera versteckte Energie-Schlupflöcher auf.

 

"Durch Wände sehen kann die Infrarot-Kamera nicht", lacht Ulrich Geisen, Thermografie-Experte bei E.ON Westfalen Weser, aber sie macht die Schwachstellen in der Gebäudehülle, auch Wärmebrücken genannt, sichtbar. In Wohngebäuden geht noch immer zu viel Heizenergie ungenutzt verloren. Wenn nicht die Heizungsanlage selbst das Problem ist, dann sind Mängel bei der Wärmedämmung die Ursache. "Die nachträgliche Dämmung macht sich wegen des geringeren Heizenergiebedarfs oft schon nach wenigen Jahren bezahlt", erläutert Geisen. Mit seiner Kamera hat er schon vielen Hausbesitzern geholfen, Leckagen in der Wärmedämmung aufzuspüren.

Anerkannte Methode

Die Thermografie ist ein gerichtlich anerkanntes Prüf- und Messverfahren und sowohl vor einer geplanten Altbausanierung interessant als auch beim Neubau zur Qualitätskontrolle: "Wenn der Bauherr eine Thermografie ankündigt, dann arbeiten die Handwerker oft genauer", erläutert Geisen. Die Infrarot-Kamera macht die Wärme, die ein Gebäude abstrahlt in bunten Farben sichtbar. Dafür fotografiert Geisen das Haus aus allen möglichen Perspektiven. Schon dabei sieht er auf seinem Monitor, wo die Wärme austritt ? und zwar bis zu 0,1 °C genau: Dunkelblaue oder violette Bereiche zeigen niedrige und gelbe oder weiße hohe Oberflächentemperaturen an.

Sichtbare Verluste

Schnell erkennt der Experte, ob eine hellgelbe Fläche tatsächlich einen Wärmeverlust durch das Mauerwerk anzeigt oder ob hier ein schlecht gedämmtes Heizungsrohr in der Wand liegt. "Hat aber eine sonst dunkelblau gefärbte Dachgaube nur an den Dachanschlüssen weiße Flecken, ist eine Wärmebrücke an dieser Stelle sehr wahrscheinlich", führt Geisen aus. Ungedämmte Betondecken, Heizkörpernischen, Rollladenkästen, Heizungs- und Warmwasserrohre oder undichte Fußbodenheizungen - der Infrarot-Kamera entgeht fast nichts. Die Thermografie lebt vom Temperaturgefälle, denn das ist es, was man später im Bild sieht. Bei der Aufnahme muss die Innentemperatur mindestens 10 °C höher sein als die Außentemperatur des Gebäudes, und die Fassade darf nicht aufgewärmt sein. Fotografiert wird deshalb nachts oder frühmorgens und nur in den Wintermonaten.

Mit Thermografie auf der sicheren Seite

Aber nicht nur Sanierer und Bauherren profitieren von der Thermografie - auch Kaufinteressenten sind damit auf der sicheren Seite: "Wer eine Immobilie für 200.000 Euro erwerben will, möchte sicher sein, dass das Objekt sich nicht später als Energieschleuder herausstellt", erläutert Geisen. Dabei macht die Thermografie-Kamera nicht nur die Wärmelecks sichtbar, sondern auch die Stellen für einen möglichen Schimmelpilzbefall. "Verglichen mit dem Aufwand und den Kosten für eine Haussanierung lohnt sich die Thermografie in jedem Fall", resümiert der Experte. Bauherren empfiehlt Geisen, zusätzlich einen so genannten Blower-Door-Test durchführen zu lassen. Dabei wird mittels eines Ventilators, der einen Über- oder Unterdruck im Gebäude erzeugt, festgestellt, ob das neue Haus luftdicht gebaut wurde.

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